AI Crawler steuern: LLM-Bots blocken oder zulassen?
Sollst du AI Crawler blocken oder zulassen? Diese Frage stellt sich fast jedes Unternehmen, seit LLM-Bots von OpenAI, Anthropic, Perplexity und Google in großem Umfang durchs Web ziehen. Die kurze Antwort: Es ist keine Schwarz-Weiß-Entscheidung. Im eingebetteten Video erklärt SEOSOON-Geschäftsführerin Juliane Bettinga im SEOPRESSO Podcast mit Björn, wie du AI Crawler differenziert nach Bot-Typ steuerst, welche Rolle robots.txt und serverseitige Maßnahmen spielen und warum Server-Logs zur wichtigsten Datenquelle für AI Search werden. Darunter findest du das bereinigte Transkript, eine Zusammenfassung und einen ausführlichen Praxisteil mit robots.txt-Beispiel, User-Agent-Tabelle und FAQ.
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Redaktionell bereinigtes Transkript des oben eingebundenen Videos von SEOPRESSO Podcast. Grundlage sind die automatisch erzeugten Untertitel; Formulierungen wurden zur Lesbarkeit behutsam geglättet, offensichtliche Erkennungsfehler korrigiert und Sprecherzuordnungen in eckigen Klammern ergänzt. Einzelne Passagen können vom gesprochenen Wort abweichen.
Einstieg: AI Crawler blocken oder nicht?
[Björn] Wir sitzen heute auf der CAMPIXX in der Lobby und wollen uns über das Thema AI Crawling unterhalten. Das ist ein wichtiges Thema, inhouse wie im Agenturalltag. Die Frage ist immer: Blocken wir AI Crawler oder blocken wir sie nicht? Geben wir ihnen unsere Daten oder nicht? Was ist deine Meinung dazu, AI Bots blocken oder nicht?
[Juliane] Generell würde ich die Frage nie schwarz-weiß beantworten. Viele denken sofort in Disallow oder Allow, aber man kann das sehr viel dezidierter angehen. Zuerst sollte man sich anschauen, welche AI-Bot-Typen es gibt und wie man mit ihnen jeweils umgeht. Stichwort: Lasse ich Training zu? Will ich, dass meine Daten in die Trainingsdaten einfließen? Und wie gehe ich mit dem Crawling für die Suche um? Beim Crawling würde ich in der Regel empfehlen, es zuzulassen. Es gibt Edge Cases, über die man nachdenken muss, etwa exklusive Inhalte oder bestimmte Studienergebnisse, bei denen man vielleicht will, dass eine Conversion auf der eigenen Seite stattfindet. Aber grundsätzlich würde ich das Crawling zulassen, beim Training genauer hinschauen und natürlich auch überlegen, wie ich mit bestimmten Verzeichnissen und wirklich exklusiven Inhalten umgehe. Da muss man über Strategien nachdenken. Das wird aktuell noch viel zu wenig diskutiert und in den Unternehmen zu selten aktiv besprochen.
robots.txt, serverseitiges Blocken und Google-Extended
[Björn] Das ist im Prinzip wie bei den Google-Bots: Man hat eine robots.txt und legt fest, wo der Bot hin darf und wo nicht. Siehst du das auch so, dass man dediziert darüber nachdenken muss, was man freigibt und was nicht, und dass man das über die robots.txt steuert?
[Juliane] Absolut. Über die robots.txt, und du kannst natürlich auch serverseitig blockieren. Dabei muss man aber beachten, dass bestimmte Bots wie Google-Extended, also das, was alles in Gemini einfließt, nicht separat serverseitig blockierbar sind, weil es serverseitig nur den Googlebot gibt. Das heißt, dann müsste ich alles komplett für Google sperren. Deshalb kommt man um die robots.txt meistens nicht herum, wenn man an alle AI-Modelle denkt, auch in Richtung Copilot ist es dasselbe. Die robots.txt ist also schon eine gute Maßnahme, aber flankiert eventuell durch ein serverseitiges Setup, weil man serverseitig natürlich viel dezidierter rangehen kann, etwa über Reverse-IP-Lookups, um spezielle Bots gezielt zuzulassen oder zu blockieren. Meines Erachtens muss man beides in Betracht ziehen.
AI-Bots identifizieren: User Agents, Agenten und Headless Browser
[Björn] Wie identifiziert man die AI-Bots? Ist das klassisch wie bei den anderen User Agents, oder gibt es speziellere Fälle?
[Juliane] Die AI-Trainer und AI-Assistenten, die für das Crawling zuständig sind, kann man ziemlich gut über die User-Agent-Strings identifizieren; die zeichnen sich entsprechend aus. In Richtung AI-Agents ist es aktuell dagegen sehr schwer, weil die einfach einen Headless Browser und eine normale Browser-Kennung nutzen. Es gibt Initiativen, dass die sich kennzeichnen, Google hat zum Beispiel einen neuen User-Agent-String für einen AI-Agenten auf den Markt gebracht, aber generell ist diese Gruppe über die Server-Logs sehr schwer zu fassen. Ich kann mich ja auch selbst einfach als ein bestimmter Bot ausgeben. Wenn man es also hundertprozentig sauber haben will, muss man die IPs abgleichen, und das geht nur serverseitig. Das macht man nicht mal eben mit einer WordPress-Seite, in die man ein Plugin reinhaut.
[Björn] Interessant. Wenn die Agents sich als Mensch ausgeben und über einen Headless Browser kommen, wird es richtig schwierig herauszufiltern, wie viel Agent-Traffic überhaupt auf die Seite kommt.
[Juliane] Absolut, das ist gar nicht trivial. Cloudflare hat mittlerweile eine ziemlich gute Detection, da geht es um Fingerprinting, also um bestimmte Muster, die AI-Agents befolgen, etwa wie schnell sie auf Inhalte zugreifen. Es gibt viele Maßnahmen, aber genauso viele Gegenmaßnahmen, um diese Muster wieder zu durchbrechen. Das ist ein kleines Katz-und-Maus-Spiel. Möglich ist es, aber nichts davon zu hundert Prozent.
Gute und schlechte Bots: Scraping-Missbrauch
[Björn] Ich hatte letzten Monat mit unserer IT- und Security-Abteilung ein Meeting, in dem wir uns genau diese Frage gestellt haben: Welche Bots lassen wir rein und welche nicht? Und ich habe naiv gefragt, warum wir das eigentlich machen wollen. Unser CTO hat erklärt, dass auch Spammer oder Blackhats ein ChatGPT oder ein Claude nutzen können, um Inhalte zu scrapen, ohne dass du das herausfindest. Man muss also zwischen guten und schlechten Bots unterscheiden. Hast du Ideen, wie man das heute schon analysieren kann?
[Juliane] Das selbst zu analysieren ist wirklich sehr schwer. Meine Empfehlung wäre, auf Services zurückzugreifen, die solche Crawl-Aktivitäten im großen Maßstab verfolgen und sie am ehesten über Fingerprinting herausbekommen. Ansonsten ist es aktuell wirklich schwer, gerade bei den AI-Agents, die über normale Browser-Kennungen kommen. Wie willst du Inhalte blocken, wenn das gut aufgesetzt ist? Es wird immer schwieriger, seine Inhalte wirklich zu schützen.
Monitoring: Welche Inhalte lösen LLM-Requests aus?
[Björn] Dazu kommt, dass du gar nicht herausfindest, wohin der Bot geht. Bei einem normalen User wissen wir genau, auf welche Seite er gegangen ist, wie lange er da war, was er gelesen hat, wann er abgebrochen hat. Durch den AI-Bot wird das schnell undurchsichtig.
[Juliane] Ich habe dir vorhin gezeigt, dass wir ein Monitoring gebaut haben, mit dem wir uns genau anschauen können, was user-getriggerte LLM-Requests sind. Wenn ein User einem LLM einen Prompt gibt, rattert das LLM los und schaut sich verschiedene Webseiten an. Das heißt nicht, dass du auch erwähnt oder zitiert wirst, aber es heißt erstmal, dass der Bot da war und nach Inhalten gesucht hat. Die Insights daraus sind super spannend. Wir sehen zum Beispiel, dass bestimmte APIs in sehr hohem Maß frequentiert werden, und dass wir eine Menge expired Product-Detail-Seiten haben, die stark abgefragt werden. Wenn man so etwas sieht, ist die nächste Frage: Macht diese API Sinn, und wie geht man mit den expired PDPs um?
APIs, expired Products und 404-Seiten als Crawl-Fallen
[Juliane] Da lohnt es sich, im Detail zu analysieren: Welche Bots greifen hier wirklich zu? Wir haben viele Bots, die uns keinen echten Mehrwert bringen, sei es ein Byte-Spider oder der Meta-ExternalAgent, das muss man je nach eigener Strategie bewerten. Es gibt viele Bots, die ein extremes Crawl-Volumen erzeugen, und allein da zu schauen, welcher Bot es ist, hilft: Oft gibt es Muster. Und bei einer API, über die ihr eigentlich keine Informationen liefern wollt, sollte man über Blockierung nachdenken. Bei den expired PDPs kann man das Spiel spielen und wieder Inhalte einstellen oder einen Redirect setzen; man muss aber prüfen, wie sinnvoll das langfristig ist. Eigentlich will man erstmal diese sinnlose Crawl-Aktivität auf 404-Seiten verhindern. Auch da lohnt der Blick: Welcher Bot ist es? Die OpenAI-Crawler prüfen 404-Seiten in der Regel eigentlich schon, eine so starke Aktivität finde ich deshalb ungewöhnlich. Man muss mittlerweile wirklich tiefer reingehen, auch wenn das klassisch nicht zum Berufsbild des SEOs gehörte. Server-Admins können das oft weniger beurteilen, und wir müssen das SEO-Know-how dorthin transferieren.
[Björn] Wir filtern über Cloudflare schon eine Menge Bots raus. Der Bot-Traffic summiert sich bei uns auf etwa drei bis vier Prozent des Gesamt-Traffics.
Halten sich AI-Bots an die robots.txt?
[Björn] Wir hatten vorhin über die robots.txt gesprochen. Sie ist ja ein Gentlemen's Agreement für Bots im Web. Jetzt hat sich alles so verändert, und ich bin mir nicht sicher, ob eine robots.txt von diesen neuen Bots wirklich respektiert wird.
[Juliane] Meine Erfahrung ist, dass das bei OpenAI und Anthropic definitiv berücksichtigt wird. Ich habe das analysiert und bei den Domains, die aktiv blockieren, über einen längeren Zeitraum keine Crawl-Aktivität gefunden. Aber bei Perplexity zum Beispiel ist bekannt, dass sie über andere User-Agent-Strings und andere IP-Kreise trotzdem auf die Daten zugreifen. Das ist der eine Fall, bei dem man genauer hinschauen muss. Bei allen anderen, die vielleicht unter dem Radar laufen, würde ich meine Hand auch nicht ins Feuer legen. Bei OpenAI und Anthropic kann man sich gut darauf verlassen, Google-Extended natürlich auch. Darüber hinaus würde ich eher an das serverseitige Setup gehen, um das wirklich sicherzustellen.
[Björn] Also über Cloudflare?
[Juliane] Ganz genau. Das ist die sicherste Maßnahme, wenn man merkt, dass man hier wirklich ein Thema hat. Man muss sich die Verhältnisse zwischen den Crawl-Aktivitäten der AI-Crawler und der klassischen Suchmaschinen-Crawler anschauen, und es ist teilweise echt erschreckend, welchen Anteil die AI-Bots mittlerweile haben.
Wenn ChatGPT der zweithäufigste Bot ist
[Juliane] Ich habe vor kurzem ein Projekt analysiert, da war der ChatGPT-User-Bot, also der für das Crawling von OpenAI zuständige, der zweithäufigste Bot-Typ, direkt nach Google. Da merkt man, wie viel Bewegung gerade herrscht und was allein an Aktivität in den LLMs stattfindet, wo Crawling ausgelöst wird.
Training-Bots und Grounding-Bots
[Björn] Siehst du auch, ob es Crawls sind, die durch einen Nutzer-Prompt getriggert werden, oder ob das LLM wie ein Google-Crawler den ganzen Tag das Web crawlt?
[Juliane] Das kommt auf den Typ an. Die AI-Trainer sind sehr konstant unterwegs und haben ihre Peaks, das ist generell ein Thema bei diesen AI-Bots, sie sind sehr volatil. Aber sie crawlen permanent. Die Grounding-Bots dagegen sind wirklich user-getriggert, und das ist sehr spannend, wenn man seine eigene Sichtbarkeit analysieren will und überlegt, welche Prompts für mich relevant sind. Damit habe ich schon ein Abbild des tatsächlichen Nutzerinteresses: Ich weiß, wo Leute suchen und ob meine Inhalte zumindest schon fürs Crawling genutzt werden. Das ist nicht gleichbedeutend mit einer Erwähnung oder Citation, aber ich sehe, wo meine Interessenslagen liegen und wie ich das ausbauen kann.
Server-Logs als Basis für AI-Search-Tracking
[Juliane] Für mich wäre immer der erste Schritt, bevor ich ein Prompt-Tracking aufsetze, in die Logfiles zu schauen, um auf dieser Basis meine Prompts zu entwickeln. Es ist ähnlich wie im SEO: Logfiles werden immer noch viel zu wenig genutzt, weil es manchmal schwierig ist, an die Dateien zu kommen, und weil sie riesig sind. Aber gerade bei den expired Domains sieht man sehr stark, was für eine schlechte User Experience für deine Brand entsteht, wenn das LLM deine PDPs auflistet, der User darauf klickt und die Seite gar nicht existiert. Deshalb ist es umso wichtiger, genau dort reinzuschauen. Und ich sage in meinem Team immer: Prompt-Tracking zum Sichtbarkeits-Messen ist ein bisschen bias, eine Self-Fulfilling Prophecy, eine selbsterfüllende Prophezeiung. Denn du haust die Prompts rein, bei denen du denkst, dass du sichtbar bist, und dann bist du auch sichtbarer. Bei den Log-Daten siehst du dagegen genau, wo das LLM hingeht und welche Relevanz das zum Userprompt hat. Auf dieser Basis kannst du anfangen, die Seiten zu optimieren. Aktuell haben wir nicht eine Quelle, die uns sagt, wie sichtbar wir sind, wir müssen verschiedene Datenpunkte kombinieren, und die Server-Logs sind für mich ein ganz wichtiger Bestandteil, der sogar an erster Stelle steht.
Gibt es ein Crawl-Budget bei LLM-Bots?
[Björn] Kannst du etwas zum Crawl-Budget-Mythos sagen? Gibt es das bei LLM-Bots auch?
[Juliane] Nicht im ganz klassischen Sinne, wie wir es von Google kennen. Bei Google bemühen wir uns darum, den Googlebot möglichst auf der Seite zu haben. Bei den AI-Bots habe ich aktuell nicht das Gefühl, dass wir uns bemühen müssen, weil sie in der Regel sehr stark frequentieren. Aber wenn ich ein unstrukturiertes URL-Inventar habe, keine klaren Navigationsstrukturen, tiefe Crawl-Pfade oder Millionen schlecht gekennzeichneter Parameter-URLs, dann haben natürlich auch die AI-Bots ihre Schwierigkeiten. Alles, was wir im klassischen SEO in Richtung Crawling und Indexing tun, zahlt also auch hier ein. Nur müssen wir uns beim AI-Crawl-Budget weniger Sorgen machen als beim Google-Crawl-Budget.
Performance-Probleme durch Bot-Peaks
[Björn] Du hast gesagt, dass die LLM-Bots die zweithöchste Crawl-Aktivität ausmachen. Gibt es da auch Performance-Schwierigkeiten für den Server? Sieht man Unterschiede zum Google-Crawler?
[Juliane] Von der Qualität eines einzelnen Requests würde ich das gar nicht groß differenzieren. Es geht mehr um die Häufigkeit, die Spitzen und die Volatilität. Der Googlebot ist relativ konstant, es gibt mal Peaks vor Core-Updates. Bei den AI-Bots ist das teilweise sehr viel gravierender, und da muss man entsprechende Serverkapazitäten für Peaks vorhalten. Ich habe in den letzten Monaten sehr oft erlebt, dass die Serverkapazitäten einfach nicht ausgereicht haben und diese AI-Crawl-Aktivitäten die Server so an die Grenzen gebracht haben, dass Seiten down waren oder man als normaler User dreißig Sekunden warten musste, weil der Server komplett überlastet war. Das ist ein Thema, auf das man aktuell auf jeden Fall schauen sollte, wenn man es nicht in guten Händen weiß.
Hoster, Default-Blockierung und Pay-per-Crawl
[Juliane] Viele Server-Admins und Hoster berichten, dass das echt ein Thema ist und dass sie gerade selbst damit struggeln. Einige Hoster blockieren AI-Bots deshalb schon per Default, und da muss man kritisch draufschauen, gerade wenn man eine kleine Website bei einem günstigen Hoster hat.
[Björn] War es nicht Cloudflare, die so weit geblockt und ein Zahlungsmodell entwickelt haben, bei dem ein Bot für den Zugriff Token zahlen muss?
[Juliane] Das sind zwei Punkte. Erstens haben sie für alle neuen User eine AI-Bot-Detection per Default aktiviert. Wenn du als neuer Kunde bei Cloudflare ein Projekt anlegst, ist sie erstmal aktiv, und du musst sie bewusst deaktivieren. Zweitens hatten sie eine Initiative, Pay-per-Crawl, bei der Zugriffe mit einem bestimmten Statuscode gekennzeichnet werden. Aber wenn das nicht von einem LLM akzeptiert wird, bringt dir dieser Statuscode leider nichts, außer dass die Bots blockiert werden.
JavaScript, initiales HTML und Codequalität
[Björn] Haben wir noch etwas Wichtiges vergessen?
[Juliane] Ja, ein paar Aspekte. Thema JavaScript: Wir wissen inzwischen alle, dass gerade AI-Trainer JavaScript nicht ausführen können. Das muss man prüfen: Sind alle wichtigen Inhalte im initialen HTML enthalten? Dann die Semantik des Quellcodes, also die Code-Qualität. Gerade in Richtung Agentic Browsing wird es wichtiger denn je, sprechende Attribute und Text zu verwenden. All das, was wir seit vielen Jahren in Richtung Barrierefreiheit kommunizieren, wird jetzt für das AI-Crawling noch einmal wichtig.
Bing, NoArchive und Copilot
[Juliane] Zu guter Letzt, das haben vielleicht noch nicht alle auf dem Schirm: Es gab im Februar ein Update von Bing rund um das Meta-Tag NoArchive. Das gibt es eigentlich schon lange, es wurde früher genutzt, um Google zu sagen, bitte nutze keine gecachten Inhalte für die Ausspielung in den Suchergebnissen. Google unterstützt das seit etwa 2019 nicht mehr, aber man findet es in vielen Projekten noch. Das ist interessant, denn mit diesem Meta-Tag verhindere ich, dass Bing im Copilot und der ganze KI-Kram drumherum die Inhalte fürs Crawling und für Trainingszwecke nutzt. Auch das ist noch einmal wichtig in Richtung dieser neuen Barrieren.
Das Wichtigste aus dem Video: AI Crawler differenziert steuern
Wir fassen die Inhalte des Videos von SEOPRESSO Podcast hier zusammen. Kernbotschaft von Juliane Bettinga: AI Crawler blocken oder zulassen ist keine Schwarz-Weiß-Frage, sondern eine Strategie, die pro Bot-Typ, Ziel und Content-Bereich entschieden wird.
Nicht pauschal blocken: nach Bot-Typ entscheiden
Statt pauschal Disallow oder Allow lohnt der differenzierte Blick: Lasse ich das Training meiner Inhalte zu? Lasse ich das Crawling für die KI-Suche zu? Für das Suche-Crawling empfiehlt Juliane in der Regel, es zuzulassen, weil Sichtbarkeit in KI-Antworten davon abhängt. Beim Training und bei wirklich exklusiven Inhalten, etwa Studienergebnissen oder Conversion-relevanten Seiten, schaut man dagegen genauer hin.
robots.txt als Basis, serverseitig als Verstärkung
Die robots.txt bleibt die wichtigste Grundlage, gerade weil sich Bots wie Google-Extended (alles, was in Gemini einfließt) serverseitig nicht einzeln sperren lassen, ohne gleich den ganzen Googlebot auszusperren. Für echte Kontrolle kommt oft ein serverseitiges Setup dazu, etwa über Reverse-IP-Lookups, um einzelne Bots gezielt zuzulassen oder zu blockieren.
Training-Bots, Grounding-Bots und schwer fassbare Agenten
Klassische AI-Trainer und Such-Crawler lassen sich gut über ihre User-Agent-Strings erkennen. Schwierig sind AI-Agenten, die über Headless Browser mit normaler Browser-Kennung kommen; die sind über Server-Logs kaum sauber zu fassen, hier hilft nur der IP-Abgleich. Cloudflare setzt auf Fingerprinting, doch es bleibt ein Katz-und-Maus-Spiel, nichts davon funktioniert zu hundert Prozent.
Server-Logs sind die zentrale Datenquelle für AI Search
Ein Kernpunkt aus dem Video: Bevor man ein Prompt-Tracking aufsetzt, sollte man in die Server-Logs schauen. User-getriggerte LLM-Requests (Grounding) zeigen, welche Inhalte KI-Systeme für echte Nutzerfragen heranziehen, ein Abbild des tatsächlichen Nutzerinteresses. Prompt-Tracking allein ist verzerrt, eine selbsterfüllende Prophezeiung, weil man genau die Prompts eingibt, bei denen man ohnehin sichtbar ist. Die Server-Logs liefern das ungefilterte Bild und werden deshalb zur wichtigsten Datenquelle, an die alle weiteren Daten angedockt werden.
Crawl-Fallen: APIs, expired Products und 404-Seiten
In den Logs sieht man oft, dass APIs und abgelaufene Produkt-Detail-Seiten stark frequentiert werden. Solche expired PDPs erzeugen nicht nur sinnlose Crawl-Last auf 404-Seiten, sie sind auch schlechte User Experience: Wenn ein LLM eine nicht mehr existierende Produktseite auflistet und der Nutzer ins Leere klickt, leidet die Marke. Hier lohnt die Detailanalyse: Welcher Bot verursacht die Last, und braucht es einen Redirect, wieder Inhalte oder eine Blockierung?
Performance: volatile Bot-Peaks belasten den Server
AI-Bots crawlen nicht unbedingt anders als der Googlebot, aber sehr viel volatiler. Ihre Peaks können Server an die Grenze bringen, bis hin zu Downtimes oder langen Ladezeiten für echte Nutzer. Man braucht Serverkapazitäten für Spitzen, und gerade bei kleinen Websites auf günstigen Hostern lohnt der Blick, ob der Hoster AI-Bots bereits per Default blockiert.
Technische SEO-Basics werden für AI Search wichtiger
AI-Trainer können kein JavaScript ausführen, wichtige Inhalte müssen also im initialen HTML stehen. Saubere, semantische Code-Qualität, sprechende Attribute und Barrierefreiheit werden gerade in Richtung Agentic Browsing wichtiger denn je. Und das Bing-Meta-Tag NoArchive lohnt eine Prüfung: Damit lässt sich steuern, ob Bing Inhalte für Copilot und Training nutzt. Fazit: Klassisches technisches SEO wird für die LLM-Sichtbarkeit noch relevanter. Wie du deine Inhalte gezielt für KI-Antworten in ChatGPT, Perplexity und Co. optimierst, zeigt unsere Seite zu KI-SEO und GEO.
AI Crawler blocken oder zulassen: eine Entscheidung nach Bot-Typ
Ergänzend zum Video haben wir die Entscheidungslogik als praktische Anleitung aufbereitet. Trenne zuerst die drei Ziele, um die es beim AI Crawling geht, sie lassen sich getrennt steuern:
- Training (deine Inhalte fließen in Modelle ein): oft der Bereich, den man am ehesten einschränkt, vor allem bei exklusiven Inhalten.
- Grounding / KI-Suche (deine Inhalte werden für konkrete Nutzerfragen herangezogen): hier bringt Zulassen Sichtbarkeit in KI-Antworten.
- Agenten-Traffic (Agenten führen im Auftrag von Nutzern Aktionen aus): am schwersten zu erkennen, weil über Headless Browser getarnt.
Als Faustregel: Grounding-/Such-Bots eher zulassen, Trainings-Zugriff und schützenswerte Verzeichnisse bewusst steuern, Agenten und Missbrauch serverseitig im Blick behalten.
Die wichtigsten AI-Crawler und ihre User-Agents
Ergänzend zum Video: Diese Übersicht der gängigen AI-Crawler hilft beim Erkennen in den Server-Logs und beim Formulieren der robots.txt. Die Namen sind die offiziellen User-Agent-Tokens der Anbieter (Stand der Recherche: August 2026, Angaben der Anbieter können sich ändern).
| Anbieter | User-Agent-Token | Zweck |
|---|---|---|
| OpenAI | GPTBot | Training der Modelle |
| OpenAI | OAI-SearchBot | Indexierung für die ChatGPT-Suche |
| OpenAI | ChatGPT-User | User-getriggerte Aufrufe (Grounding) |
| Anthropic | ClaudeBot | Training der Modelle |
| Anthropic | Claude-User | User-getriggerte Aufrufe |
| Anthropic | Claude-SearchBot | Indexierung für die Suche |
Google-Extended | Gemini/Vertex-Training und Grounding, ohne Einfluss auf das Such-Ranking | |
| Perplexity | PerplexityBot | Aufbau des Suchindex |
| Perplexity | Perplexity-User | User-getriggert; hält sich laut Berichten nicht zuverlässig an die robots.txt |
| Microsoft | Bingbot | Suche und Copilot (über NoArchive steuerbar) |
| Common Crawl | CCBot | öffentlicher Datensatz, den viele KI-Modelle nutzen |
| ByteDance | Bytespider | Training; oft hohes Crawl-Volumen |
| Meta | Meta-ExternalAgent | Training und KI-Produkte von Meta |
| Amazon | Amazonbot | Alexa/KI-Dienste (reagiert auf NoArchive) |
AI Crawler per robots.txt steuern: Beispiel
Ergänzend zum Video zeigen wir, wie eine robots.txt aussieht, die Training einschränkt, aber die
KI-Suche zulässt. Die robots.txt gehört ins Root-Verzeichnis
(https://deine-domain.de/robots.txt). Passe die Auswahl an deine Strategie an.
# Training einschraenken
User-agent: GPTBot
Disallow: /
User-agent: ClaudeBot
Disallow: /
User-agent: CCBot
Disallow: /
User-agent: Google-Extended
Disallow: /
User-agent: Bytespider
Disallow: /
# KI-Suche und user-getriggerte Aufrufe zulassen
User-agent: OAI-SearchBot
Allow: /
User-agent: ChatGPT-User
Allow: /
User-agent: Claude-SearchBot
Allow: /
Wichtig: Die robots.txt ist ein freiwilliger Standard. OpenAI, Anthropic und Google-Extended halten sich zuverlässig daran, bei Perplexity und Bots, die unter dem Radar laufen, ist das nicht garantiert. Für verbindliche Kontrolle brauchst du serverseitige Maßnahmen (siehe nächster Abschnitt). Ob deine robots.txt bei den einzelnen KI-Bots tatsächlich greift, kannst du mit unserem kostenlosen KI-Bot-Check prüfen: Das Tool testet den Zugriff von GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot und weiteren Bots gegen deine robots.txt und Serverconfig.
Serverseitig blockieren: Cloudflare, Reverse-IP und Fingerprinting
Ergänzend zum Video: Wo die robots.txt an Grenzen stößt, hilft die Server-Ebene. Drei Bausteine:
- Reverse-IP-Lookup: Prüft, ob eine anfragende IP wirklich zum angegebenen Bot gehört. So entlarvst du gefälschte User Agents, die sich als bekannter Bot ausgeben.
- Fingerprinting (z.B. über Cloudflare): Erkennt AI-Agenten an Verhaltensmustern, etwa an der Zugriffsgeschwindigkeit, auch wenn sie eine normale Browser-Kennung nutzen. Wichtig zu wissen: Cloudflare hat am 1. Juli 2025 begonnen, AI-Crawler für neue Domains per Default zu blockieren; bei neuen Projekten ist die AI-Bot-Detection also aktiv und muss bewusst deaktiviert werden, wenn du Zugriff erlauben willst. Parallel gibt es das Pay-per-Crawl-Modell.
- Rate-Limiting: Deckelt die Zugriffsfrequenz und schützt so vor volatilen Bot-Peaks, die den Server überlasten.
Google-Extended lässt sich serverseitig nicht einzeln sperren, weil es serverseitig nur den Googlebot gibt; hier bleibt die robots.txt das Mittel der Wahl.
Server-Logs auswerten: die wichtigste Datenquelle für AI Search
Ergänzend zum Video vertiefen wir den aus unserer Sicht wichtigsten Punkt. So gehst du vor:
- Logfiles beschaffen und filtern: Ziehe die Server-Logs und filtere nach den User-Agent-Tokens aus der Tabelle oben. Schon der Blick, welcher Bot wie oft zugreift, deckt Muster auf.
- Grounding-Requests identifizieren: User-getriggerte Aufrufe (z.B.
ChatGPT-User,Claude-User) zeigen, welche Inhalte KI-Systeme für echte Nutzerfragen heranziehen. Das ist ein Abbild des realen Nutzerinteresses. - Crawl-Fallen erkennen: Achte auf stark abgefragte APIs, abgelaufene Produkt-Detail-Seiten und 404-URLs. Entscheide je Fall: Redirect, Inhalte wiederherstellen oder blockieren.
- Prompt-Tracking erst danach: Ein reines Prompt-Tracking ist verzerrt (selbsterfüllende Prophezeiung). Nutze die Logs als Grundlage, um die wirklich relevanten Prompts abzuleiten.
Weil es aktuell keine einzelne Quelle für die KI-Sichtbarkeit gibt, kombinierst du mehrere Datenpunkte, und die Server-Logs stehen dabei an erster Stelle. Wie du Server-Logs vollständig auswertest, um deine KI-Sichtbarkeit zu messen, zeigt Logfile-Analyse für AI Search. Und wie du das damit verbundene Crawl-Budget effizient haltest, ohne aufwendige Logfiles, über die Crawling-Statistiken der Google Search Console, liest du auf Crawl-Budget optimieren.
Technische Basics für LLM-Sichtbarkeit: HTML, JavaScript und Semantik
Ergänzend zum Video die konkreten Stellschrauben, damit deine Inhalte für AI-Crawler überhaupt nutzbar sind:
- Inhalte im initialen HTML: AI-Trainer führen kein JavaScript aus. Alles Wichtige muss serverseitig gerendert im Quelltext stehen, nicht erst clientseitig nachgeladen werden.
- Semantik und sprechende Attribute: Sauberer, semantischer Code und aussagekräftige Attribute helfen besonders dem Agentic Browsing. Das deckt sich mit den Prinzipien der Barrierefreiheit.
- Bing NoArchive prüfen: Das Meta-Tag
<meta name="robots" content="noarchive">steuert bei Bing, ob Inhalte in Copilot-Antworten und für Training genutzt werden. Google unterstütztnoarchiveseit 2019 nicht mehr, bei Bing ist es seit dem Update Anfang 2026 wieder relevant. Prüfe, ob du es ungewollt gesetzt hast, oder setze es bewusst ein.
Wichtige Fragen rund um AI Crawler und LLM-Bots
Sollte ich AI Crawler blocken oder zulassen?
Nicht pauschal. Entscheide getrennt nach Ziel: Das Crawling für die KI-Suche (Grounding) solltest
du in der Regel zulassen, weil davon deine Sichtbarkeit in KI-Antworten abhängt. Beim Training und bei
exklusiven Inhalten kannst du gezielt einschränken. Praktisch heißt das: Trainings-Bots wie
GPTBot oder ClaudeBot per robots.txt einschränken, Such-Bots wie
OAI-SearchBot zulassen. Details im Abschnitt zur Entscheidung nach Bot-Typ.
Wie blockiere ich AI Crawler in der robots.txt?
Du legst pro Bot einen User-agent-Block mit Disallow: / an und stellst die
Datei ins Root-Verzeichnis deiner Domain. Ein vollständiges, kopierbares Beispiel, das Training
einschränkt und die KI-Suche zulässt, findest du oben im Abschnitt „AI Crawler per robots.txt steuern".
Beachte: Die robots.txt wirkt nur bei Bots, die sich daran halten.
Halten sich AI Crawler an die robots.txt?
Teilweise. OpenAI, Anthropic und Google-Extended respektieren die robots.txt zuverlässig; bei blockierenden Domains ist dort über längere Zeiträume keine Crawl-Aktivität feststellbar. Perplexity dagegen greift über wechselnde User-Agent-Strings und IP-Kreise trotzdem zu. Wenn du verbindliche Kontrolle brauchst, kombiniere die robots.txt mit serverseitigen Maßnahmen wie Reverse-IP-Lookup und Fingerprinting.
Was ist der Unterschied zwischen Training-Bots und Grounding-Bots?
Training-Bots (z.B. GPTBot, ClaudeBot) crawlen konstant und sammeln Inhalte
fürs Modelltraining. Grounding-Bots (z.B. ChatGPT-User) werden durch einen Nutzer-Prompt
ausgelöst und holen aktuelle Inhalte für eine konkrete Antwort. Praktisch relevant: Grounding-Zugriffe
in den Server-Logs sind ein Abbild echten Nutzerinteresses und der beste Startpunkt, um deine
KI-Sichtbarkeit zu verstehen. Mehr dazu im Abschnitt zu den Server-Logs.
Wie erkenne ich AI-Bots in den Server-Logs?
Über die User-Agent-Strings, siehe die Tabelle der wichtigsten AI-Crawler. Für Sicherheit gegen gefälschte Kennungen gleichst du die IP per Reverse-Lookup ab. Schwer bleiben Agenten, die über Headless Browser mit normaler Browser-Kennung kommen; die erkennst du am ehesten über Fingerprinting-Services. Praktischer erster Schritt: nach den bekannten Tokens filtern und Zugriffsmuster je Bot auswerten.
Können AI Crawler die Server-Performance beeinträchtigen?
Ja. Nicht der einzelne Request ist das Problem, sondern die volatilen Peaks: AI-Bots crawlen sehr ungleichmäßig und können Server bis zu Downtimes oder langen Ladezeiten belasten. Gegenmaßnahmen sind Rate-Limiting, ausreichende Serverkapazitäten für Spitzen und die Prüfung, ob dein Hoster AI-Bots bereits per Default blockiert. Details im Abschnitt zur Performance.