Google indexiert wieder Videos: Was das Discover-Update 2026 für Videoseiten bedeutet
Seit dem 24. Februar 2026 dreht Google die Videodeindexierung von Ende 2023 zurück und das hat direkte Folgen für alle Seiten mit Video-Inhalten.
Google indexiert seit dem 24. Februar 2026 wieder deutlich mehr Videos. Was nach einem unscheinbaren Bericht in der Google Search Console klingt, ist tatsächlich eine der spürbarsten Richtungsänderungen seit der Deindexierungs-Welle von Ende 2023. Bei mehreren Domains steigt die Zahl indexierter Videos innerhalb weniger Wochen von niedrigen dreistelligen auf fünfstellige Werte und der Fehlerbericht „Video befindet sich nicht auf einer Wiedergabeseite“ sinkt im Schnitt um 30–40 %.
Der zeitliche Zusammenhang ist bemerkenswert: Die Wende fällt exakt mit dem Google Discover Update im Februar 2026 zusammen. Für Betreiber von Seiten mit Video-Inhalten ändern sich damit die Spielregeln aber nicht beliebig.
Rückblick: Die Deindexierungswelle ab Dezember 2023
Um einzuordnen, was aktuell passiert, lohnt der Blick zurück. Im Dezember 2023 hat Google die Videoindexierung massiv eingeschränkt. Reihenweise Videos verschwanden aus dem Index, und im Videoindexbericht der Search Console tauchte der Fehler „Video befindet sich nicht auf einer Wiedergabeseite“ in großer Zahl auf.
Die Logik dahinter war konsistent: Google indexierte Videos nur noch, wenn sie eindeutig der Hauptinhalt der Seite waren. Betroffen waren vor allem Seiten, auf denen
- das Video nicht above the fold eingebunden war,
- das Video nicht das dominante Content-Element war (zu viel Text, Produkt-Infos, Seitenleisten drumherum),
- oder die Seite keine reine Wiedergabeseite im engen Sinn darstellte.
Für Video-Publisher bedeutete das: viel Reichweite über die klassische Video-Darstellung in der Google Suche ging verloren, selbst bei technisch sauber ausgezeichneten Videos.
Google Discover Update 2026: Die Kehrtwende ab dem 24. Februar
Seit dem 24. Februar 2026 dreht sich dieses Bild. Über mehrere beobachtete Domains hinweg zeigt sich dasselbe Muster: Der Fehlerbericht zur Videoindexierung sinkt deutlich, gleichzeitig steigt die Zahl der indexierten Videos spürbar an. In einem dokumentierten Einzelfall wuchs die Zahl indexierter Videos von knapp 1.000 auf über 66.000 innerhalb weniger Wochen. Domainübergreifend sind 30–40 % weniger Deindexierungsfehler die Regel.
Google Search Console, Videoindexierungsbericht einer beobachteten Domain: 52.549 indexierte Videos, deutlicher Anstieg ab Ende Februar 2026.
Der zeitliche Zusammenhang mit dem Google Discover Update vom Februar 2026 ist schwer zu übersehen. Erste Analysen zeigten, dass YouTube im Discover-Feed mit rund +15 % Ausspielung profitiert hat, aber offenbar beschränkt sich der Effekt nicht auf YouTube. Auch andere Video-Ausspielwege gewinnen Sichtbarkeit:
- das Video-Vertical (Suchtyp „Video“) in der klassischen Google Suche,
- die Video-Darstellung in den regulären Suchergebnissen,
- und, zumindest zeitweise, die Ausspielung von Videos in Google Discover selbst.
Der Discover-Peak und der Rückgang seit dem 31. März. Anfangs wurden Videos auch direkt in Discover stark ausgespielt. Seit dem 31. März 2026 hat Google diese Ausspielung allerdings wieder spürbar zurückgefahren. Eine mögliche Erklärung: Google will den Discover-Feed weiterhin von YouTube und kurzen Plattform-Formaten dominieren lassen. Bestätigt ist das nicht, die Entwicklung sollte aber genau beobachtet werden.
Was das für Videoseiten konkret bedeutet
Die Kombination aus wieder steigender Indexierung, mehr Sichtbarkeit im Video-Vertical und zeitweise starker Discover-Ausspielung ergibt für Videoseiten-Betreiber eine klare Richtung. Drei Handlungsempfehlungen stehen im Vordergrund und die Entwicklungen in der Search Console belegen, warum sich der Aufwand wieder lohnt.
- Videos lohnen sich wieder, auch außerhalb von YouTube. Die Leistungsberichte zeigen in den betroffenen Zeiträumen eine Vervielfachung der Klicks und Impressionen für die Darstellung „Videos“ in der Google Suche. Wer eigene Video-Inhalte hat, sollte sie jetzt wieder aktiv für SEO einsetzen statt ausschließlich auf YouTube zu setzen.
- Das Video muss weiterhin Hauptinhalt der Seite sein, aber die Schwelle ist gesunken. Die Policy aus Ende 2023 ist nicht gekippt, sondern gelockert. Seiten, auf denen das Video klar im Zentrum steht (above the fold, dominantes Element, thematisch passender Rahmen), werden wieder verlässlich indexiert. Reine Lifestyle-Seiten mit einem Video irgendwo unten werden es weiter schwer haben.
- VideoObject-Markup bleibt Pflicht. Ohne strukturierte Daten (
VideoObjectmitthumbnailUrl,contentUrl/embedUrl,uploadDate,duration) taucht ein Video weder im Videoindexierungsbericht noch in den relevanten SERP-Features zuverlässig auf. Die aktuelle Entwicklung verschiebt diesen Pflichtteil nicht, sie macht ihn wichtiger.
Beleg 1: Vervielfachung von Klicks und Impressionen in der Google Suche
Die Leistungskurve für die Darstellung „Videos“ zeigt ab Ende Februar einen klaren Aufwärtstrend, der sich ab Mitte März in mehreren Peaks entlädt: über 24,4 Mio Impressionen und 1,22 Mio Klicks in einem Drei-Monats-Fenster bei einer beobachteten Domain, bei einer CTR von rund 5 % und einer durchschnittlichen Position um 4,4.
Google Search Console, Leistungsbericht, gefiltert auf Darstellung „Videos“: 1,22 Mio Klicks, 24,4 Mio Impressionen in 3 Monaten.
Beleg 2: Discover-Potenzial, aber zeitlich begrenzt
Im Discover-Bericht derselben Domain schoss die Kurve noch deutlicher nach oben: von nahezu null auf 34,1 Mio Impressionen und 1,91 Mio Klicks in drei Monaten. Nach dem Peak Mitte/Ende März zeichnet sich seit dem 31. März ein klarer Rückgang ab, das Potenzial ist real, aber Betreiber sollten Discover-Reichweite nicht als dauerhaft verlässliche Größe einplanen.
Google Search Console, Leistungsbericht Discover, gefiltert auf Darstellung „Videos“: 1,91 Mio Klicks, 34,1 Mio Impressionen. Sichtbarer Rückgang ab dem 31. März.
Fazit
Das Google Discover Update 2026 hat einen Nebeneffekt, der für SEO wichtiger ist als der Discover-Feed selbst: Videoseiten sind wieder ein relevanter organischer Kanal. Die Deindexierungs-Logik von Ende 2023 ist nicht gekippt, aber deutlich entschärft, wer das Video als Hauptinhalt behandelt und sauber auszeichnet, wird wieder sichtbar.
Für die Praxis heißt das: Video-Content-Strategien, die nach der Dezember-2023-Welle auf Eis gelegt wurden, sollten aus der Schublade geholt werden. Gleichzeitig gilt: Discover-Reichweite ist volatil, die klassische Videoindexierung in der Suche ist das nachhaltigere Fundament.